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5.1.1 König Gustav V von Schweden überreicht
Domagk die Urkunde und die Goldmedaille für
den Nobelpreis für Medizin des Jahres 1939

Dr. Domagk zusammen mit dem Chemiker
Dr. Josef Klarer und Dr. Fritz Mietzsch 1947
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Professor Dr. Gerhard Domagk (1895 - 1964) war einer der
bedeutendsten Pioniere in der Geschichte der Medizin. Sein revolutionärer
Beitrag zur Behandlung von
Infekten war der Einstieg in die chemotherapeutische Ära.
Domagk begann seine Ausbildung an der Universität Kiel, arbeitete
dann an der Universität Greifswald und schließlich in
der Pathologie der Universität Münster. Professor Heinrich
Hörlein, Leiter der Pharmazeutischen Forschung bei Bayer, war
von Domagks Arbeit beeindruckt. 1927 engagierte er Domagk, um in
Wuppertal-Elberfeld ein neues Forschungsgebiet, die experimentelle
Pathologie und Bakteriologie zu etablieren. Sowohl Hörlein
als auch Domagk glaubten fest daran, daß bakterielle Krankheiten
mit chemischen Mitteln bekämpft werden könnten.
In den frühen 30er Jahren entdeckte Professor Dr. Gerhard
Domagk in den Entwicklungslaboratorien von Bayer, daß bestimmte
Sulfonamide eine antibakterielle Wirkung besitzen. Seine Entdeckung,
die 1935 veröffentlicht wurde, eröffnete ein neues Zeitalter
in der Medizin. Nach gründlichen pharmakologischen Tests wurde
1935 ein Sulfonamid-Produkt unter dem Namen "Prontosil" vermarktet.
Prontosil von Bayer war das erste Medikament auf dem Markt, das
aus Sulfonamiden bestand. Die klinischen Erfolge der Sulfonamid-Therapie
senkten drastisch die durch Infektionskrankheiten
zu verzeichnenden Todesfälle. Dies machte Domagks Pionierarbeit
zu nichts weniger als einer Revolution in der Medizin, was 1939
mit dem Nobel-Preis belohnt wurde.
Domagks anderer großer Erfolg war die Einführung eines
Desinfektionsmittels für Hände und Instrumente namens
"Zephirol", eine 10%ige Benzalkoniumchlorid-Lösung, die 1935
auf den Markt kam. Domagk erkannte, daß sogar Spuren von Zephirol
eine starke abtötende Wirkung auf solche Bakterien haben, die
gefährliche Wundinfekte verursachen, z. B. Streptokokken.
Eine Anzahl ähnlicher Desinfektionsmittel wurde entdeckt und
unter dem Namen "Quats" patentiert. Noch heute wird Zephirol gebraucht.
Zudem war Domagk in den Kampf gegen die sich weltweit ausbreitende
Tuberkulose engagiert. 1943 entdeckte er TBI, ein wirkungsvolles
Mittel bei der Bekämpfung von Tuberkulose.
Es wurde 1950 als "Contoben" vermarktet. Im selben Jahr entdeckte
er Iso-Nicotinacidhydrazid (INH), das zwei Jahre später als
Neoteben für die Langzeittherapie von Tuberkulose eingeführt
wurde.
Die von Domagk angestoßene weltweite Suche nach weiteren
antibakteriellen Substanzen führte schließlich zur Entdeckung
des neuesten Chemotherapeutikum, des Gyrase-Blockers (Fluoroquinolone).
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